{"id":520,"date":"2014-08-26T21:34:32","date_gmt":"2014-08-26T21:34:32","guid":{"rendered":"http:\/\/new.muenchenvenedig.de\/?p=520"},"modified":"2014-08-26T21:34:32","modified_gmt":"2014-08-26T21:34:32","slug":"17-tage-traumpfad-2010-ein-resueme","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/new.muenchenvenedig.de\/?p=520","title":{"rendered":"17 Tage Traumpfad 2010 &#8211; ein Res\u00fcme"},"content":{"rendered":"<p>Mit der Besteigung der Birkarspitze gestern, also am 21. Juli ist meine Begehung der hochalpinen Teile des Traumpfads f\u00fcr 2010 zu Ende gegangen. Die Etappen in der Ebene in Italien und die Wege von M\u00fcnchen bis zum Karwendelhaus hatten wir schon im Fr\u00fchjahr komplett begangen. Seit 5.7. war ich von Belluno ins Inntal unterwegs gewesen und habe mir Wege, P\u00e4sse und H\u00fctten angeschaut. Weil ich den Traumpfad in umgekehrter Richtung begangen bin, sind mir dabei nat\u00fcrlich sehr viele Wanderer begegnet, was Gelegenheit zu vielen Gespr\u00e4chen und zu Informationsaustausch gegeben hat.<\/p>\n<p><strong>Was sind die wichtigsten Beobachtungen?<\/strong><\/p>\n<p>Erstens: alle Wege und P\u00e4sse sind gut begehbar. Es liegt kaum mehr Schnee. Die Birkarspitze ist im Aufstieg v\u00f6llig schneefrei, beim Abstieg ins Birkar trifft man noch auf vereinzelte Schneefelder. Auf dem mittlerweile ausgezeichnet markierten Weg zur Friesenbergscharte liegen noch einige wenige Schneefelder, die aber kein Problem sein d\u00fcrften. Die Bedingungen sind also fast ideal.<\/p>\n<p>Zweitens: man kann den Traumpfad umgekehrt gehen und einige Wanderer tun das auch. Ich war zu meiner eigenen \u00dcberraschung nicht alleine. Zu diesem Thema werde ich sp\u00e4ter noch einen eigenen Artikel schreiben und vermutlich am 8.11.2010 im Hofbr\u00e4uhaus einen kleinen Diavortrag zeigen.<\/p>\n<p><strong>Was hat sich am Weg ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p>Die wichtigste Neuerung ist sicher der neue Weg von der Olpererh\u00fctte zum Pfitscherjochhaus in der 11. Etappe. Dieser H\u00f6henweg verl\u00e4uft auf fast gleicher H\u00f6he von ca. 2500 m und macht einen Abstieg zum Schlegeisspeicher unn\u00f6tig. Die 9., 10. und 11. Etappe des Weges ver\u00e4ndern sich dadurch. Man kann abk\u00fcrzen, indem man im Spannagelhaus \u00fcbernachtet (9. Etappe), dann nach der Friesenbergscharte direkt zum Pfitscherjoch durchgeht (10. Etappe) und von dort direkt nach Pfunders (11. und 12. Etappe). F\u00fcr starke Geher wird dadurch der Traumpfad um einen Tag k\u00fcrzer, was einem Spielraum f\u00fcr andere Varianten gibt. Die neue Olpererh\u00fctte ist wundersch\u00f6n, aber leider sehr oft ausgebucht, rechtzeitige Reservierung ist empfehlenswert.<\/p>\n<p>Auf der Dominikush\u00fctte ist unter der F\u00fchrung von neuen Wirtsleuten frischer Wind eingekeht. Mehrere Wanderer haben mir sehr viel Positives berichtet (z.B. W\u00e4scheservice). Leider konnte ich das diesmal nicht selbst ausprobieren. <\/p>\n<p>Zu den H\u00fctten und meinen Erfahrungen werde ich noch einen eigenen Artikel schreiben. Im Allgemeinen war die Bewirtung auf dieser Reise \u00fcberall prima. Hervorzugeben ist die Lizumerh\u00fctte. Hervorragende H\u00fctte, perfekte Bewirtung, ich w\u00fcsste wirklich nicht, was man besser machen kann. In der Liste der sehr guten H\u00fctten w\u00fcrde ich die Tissi H\u00fctte, das Spannagelhaus und das Refugio San Sebastiano aufnehmen, letzteres ist nat\u00fcrlich eher schon ein Gasthof als eine Bergh\u00fctte. Erstmals habe ich auf der \u00dctia de B\u00f6rz am W\u00fcrzjoch \u00fcbernachtet. Die \u00dctia ist ein Dreisternehotel und verdient jeden ihrer Sterne. Wer sich etwas g\u00f6nnen will und vielleicht nach der L\u00fcsener Alm etwas Erm\u00fcdungserscheinungen zeigt, ist dort gut aufgehoben (dann Weiterweg zur Puezh\u00fctte und am n\u00e4chsten Tag in die Sella). \u00dcberrascht hat mich das tendenziell negative Feedback, dass ich zum Karwendelhaus bekommen habe (Essensportionen und Preise). Ich selbst habe letzte Woche zwei Mal dort gegessen und war sehr zufrieden. Auch die Puezh\u00fctte kam nicht gut weg in der Meinung der Mitwanderer. Und auch diese Meinung kann ich nicht teilen. Die Wirtsleute haben ihre H\u00fctte und den Massenbetrieb im Griff. Und ich konnte dort Spanien vs. Holland auf dem Fernseher des Wirts anschauen!<\/p>\n<p><strong>Bei der 8. Etappe fragen sich viele: Gratwanderung von Hall oder Aufstieg aus Wattens?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe dieses Jahr beides gemacht. Nach wie vor halte ich die Gratwanderung von der Tulfeinalm (Lift) \u00fcber den Glungezer f\u00fcr eine phantastische Bergtour. Wenn da nicht die Gehzeiten w\u00e4ren. Ich bin das mit Minimalgep\u00e4ck f\u00fcr eine H\u00fctten\u00fcbernachtung gelaufen (6kg, inklusive Fotoausr\u00fcstung und Wasser, kein Proviant). Von der Glungezerh\u00fctte zur Lizumer habe ich 7 Stunden reine Gehzeit gebraucht, wobei ich in ziemlich optimalen Trainingszustand das Ganze &#8222;feldmarschm\u00e4\u00dfig&#8220; angegangen bin. Die Sektion Hall gibt 8 bis 8 1\/2 Stunden an. Meiner Meinung nach sollte man als Venediggeher mit eher schwerem Rucksack mindestens 9 bis 10 Stunden veranschlagen. Warum betone ich das? Wenn man versucht, in einem Tag vom Tal diesen Weg zu machen (so wie ich es auch dieses Mal wieder getan habe), dann kommt man in Probleme. Der erste Lift f\u00e4hrt um 8:30, vor 8:45 kommt an an der Tulfeinalm nicht los, 2 Stunden Aufstieg und 9 Stunden Gratwanderung geben 11 Stunden reine Gehzeit. Wenn man sich noch eine Stunde Pausenzeiten g\u00f6nnt, was sicher nicht \u00fcbertrieben ist, kommt man um 21 Uhr an der Lizumer an. <strong>Die Tour ist mit schwerem Gep\u00e4ck nur mit \u00dcbernachtung auf der (sehr sch\u00f6nen und gut gef\u00fchrten) Glungezerh\u00fctte ratsam.<\/strong> (Nur zur Info meine Zeiten praktisch ohne Gep\u00e4ck: 9:30 Abmarsch Tulfein, 11:00 Glungezerh\u00fctte, 11:30 Abmarsch Glungezerh\u00fctte nach Mittagessen und Schwatz mit den Wirten, 16:20 Naviser J\u00f6chel, 19:00 Ankunft Lizumer H\u00fctte, Pausenzeiten inkl. Fotostopps 1:15h). Fazit: wer die Zeit hat und das hochalpine Erlebnis sucht, geht den Grat. Wer weniger Zeit hat und eine sch\u00f6ne Tallandschaft geniessen will, geht das Wattental. Und bitte nehmt nicht die Stra\u00dfe, sondern den gut markierten Fu\u00dfweg. Einige Wanderer haben mir erz\u00e4hlt, dass gewisse Taxifahrer in Wattens erz\u00e4hlen, es g\u00e4be den Fu\u00dfweg nicht. Naja &#8230;<\/p>\n<p><strong>Schiara geht ohne Klettersteigausr\u00fcstung, oder?<\/strong><\/p>\n<p>Einen Artikel habe ich schon zum Thema Schiara geschrieben. Deswegen nur noch einmal kurz und b\u00fcndig. Ich bin dieses Mal von Belluno bzw. den Case Bortot direkt an einem Tag zum Bivacco Marmol aufgestiegen und habe dort \u00fcbernachtet. Eine traumhafte Tour! Aus Gewichtsgr\u00fcnden hatte ich kein Klettersteigset dabei und so auf die Selbstsicherung verzichtet. Am Settimo Alpini hatte ich mich noch beim Wirt \u00fcber den Weg erkundigt. Er war gerade von einer kleinen Tour auf den Pelf zur\u00fcck, als ich losgehen wollte. Postive Auskunft, also nichts wie los! Mitten im ersten Steilst\u00fcck begann der Regen und dann das Gewitter. Mit M\u00fche und Not habe ich die Wand durchstiegen. An Abstieg war wegen der Gl\u00e4tte und dem Regen nicht zu denken und ein Aufenthalt im unteren Wandteil bei Gewitter ist keine gute Idee. Die Moral: die Schiara straft den Arroganten, der meint es brauche keine Sicherung, sofort und unnachgiebig. <\/p>\n<p><strong>Was bleibt noch zu sagen?<\/strong> <\/p>\n<p>Traumhaft waren die Wochen bei hervorragende Wetter in den Alpen. Der Traumpfad ist popul\u00e4r wie nie zu vor, allerdings gehen viele nur bis Belluno. Man sagt, die Wege in der Ebene w\u00e4ren langweilig. Ich sehe es nicht so. Aber wenn ich Zeit sparen m\u00fcsste, w\u00fcrde auch ich lieber vorne und hinten k\u00fcrzen (z.B. die Tour von Hinterri\u00df bis Belluno gehen), als es in zwei Teilst\u00fccken machen. Entsetzt hat mich auch dieses Mal wieder das Gep\u00e4ck und die Ausr\u00fcstung mancher Venediggeher. Leistet euch einen Rucksack mit H\u00fcfttragesystem! Beschr\u00e4nkt euch auf maximal 12-15 kg Gep\u00e4ck! Kauft euch <strong>leichte und bequeme<\/strong> Bergschuhe! Ihr tut euch einen Gefallen!<\/p>\n<p>Viel Spa\u00df auf dem Traumpfad! Berg Heil!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Besteigung der Birkarspitze gestern, also am 21. Juli ist meine Begehung der hochalpinen Teile des Traumpfads f\u00fcr 2010 zu Ende gegangen. Die Etappen in der Ebene in Italien und die Wege von M\u00fcnchen bis zum Karwendelhaus hatten wir schon im Fr\u00fchjahr komplett begangen. 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